Ferien-Verlängerung bringt nur Ärger

In Bildung

Münster –
Ist doch viel billiger: Urlaub, wenn nicht Ferien sind. Da kann man mal einen Tag an die Schulferien anhängen. Oder? Von wegen, Münsters Schulen reagieren allergisch, wenn Eltern ihr Sprößlinge zu spät bei ihnen abliefern.

Von Karin Völker

Die Sommerferien gehen zur Neige – und am Mittwoch (4. September) herrscht wieder Anwesenheitspflicht im Klassenzimmer. Familien, die dann noch nicht aus dem Urlaub zurück sind und keine glaubwürdigen Atteste vorlegen, riskieren empfindliche Bußgelder.
„Wenn Eltern oder Schüler eigenmächtig die Ferien verlängern, können Schulen das nicht tolerieren“, erklärt Thomas Drewitz, Sprecher der Bezirksregierung Münster. Im ganzen Regierungsbezirk erhielten im Laufe des vergangenen Schuljahres 30 Eltern Bußgeldbescheide, wegen Schulschwänzens. Auch Andrea Kramer, als Schulrätin im städtischen Schulamt für die Hauptschulen in Münster zuständig, hat mitunter von diesem Instrument Gebrauch gemacht. Auf eigene Faust verlängerte Ferien kosten pro Elternteil, Kind und versäumten Schultag rund 80 Euro. Wer also glaubt, beim Urlaub durch einen Flugtermin jenseits der Sommerferien die Kosten zu senken, spart womöglich am falschen Ende. Drei Ferientage zusätzlich können für eine vierköpfige Familie somit über 1000 Euro an Geldstrafe kosten.
Finden Sie es okay, ein Kind für einen günstigeren Urlaub verspätet zum Unterricht zu schicken?
Andrea Kramer ist es aber wichtig, dass es zwei Arten von Schulschwänzern gibt.

Die „Ferienverlängerer“ sind die einen, problematischer seien Jugendliche, die „notorisch“ die Schule schwänzen, sagt Kramer: Weil es Schwierigkeiten in den Familien gebe, wegen Schulangst oder anderer psychologischer Probleme. Hier regeln seltener Bußgeldbescheide das Problem als intensive Gespräche und Betreuung. Lehrer und Schulsozialarbeiter versuchten Kinder, die häufig unentschuldigt fehlen, in den Unterricht zurückzubringen. Mitunter greifen auch Mitarbeiter des Jugendamtes oder des Sozialamtes ein.
Für besonders hartnäckige Schulverweigerer hat die Stadt spezielle Angebote eingerichtet: An der Geistschule gibt es eine sogenannte „Pro B-Klasse“ für etwa zehn Jugendliche, für Jugendliche aus Gymnasien und Realschulen die „Villa Interim“ in Mecklenbeck.

WN.DE

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