Der Integrationsrat hat vieles vor !

In Integration

Der Integrationsrat ist ein städtisches Gremium, dessen Bildung in der Gemeinde-ordnung des Landes NRW, §27, verankert ist. Der Integrationsrat kann sich mit allen Angelegenheiten der Gemeinde befassen.

Der IR der Stadt Münster besteht insgesamt aus 27 Mitgliedern. 18 Mitglieder wurden direkt gewählt. Neun Mitglieder wurden von Ratsparteien versandt.

Die Münsteraner haben offensichtlich keine Probleme mit Flüchtlingen. Im Gegen-teil: Viele wollen helfen. Reicht das?
Die Flüchtlinge erleben in Münster eine Will-kommenskultur. Die Mün-steraner Bevölkerung hat ihre Bereitschaft gezeigt, Flüchtlingen zu helfen. Die Flüchtlinge möchten sich in diese Gesellschaft integrieren. Sie möchten vor allem die deutsche Sprache erlernen.
Viele von ihnen haben einen Beruf gelernt und sie möchten hier arbeiten. Ebenfalls möchten sie ihren Kindern eine gute Einschulungsmöglichkeit bieten.

Was halten Sie in Ihrer Funktion als Vorsitzender des Integrationsrates von der Flüchtlingspolitik der Bundesrepublik Deutsch-land?
Das deutsche Parlament hat in der letzten Woche das sogenannte Asylpaket 2 verabschiedet. Der Kern-punkt des Pakets ist es die Zahl der Flüchtlinge zu reduzieren.

Das Asylverfahren wird beschleunigt und der Familiennachzug wird begrenzt.
So sollten Rückführungen in Gang gesetzt werden. Ich halte diese Politik der Regierungskoalition für falsch. Deutschland kann mehr Flüchtlinge aufnehmen.

Die Regierungskoalition versucht aber das Gegenteil zu machen.

Warum ist der In-tegrationsrat für Migranten mit deutschem Pass so wichtig?
Dafür gibt es viele Gründe. Meiner Meinung nach ist das Wahlrecht am wichtigsten.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Kampagne für das kommunale Wahlrecht für alle Migrantinnen und Migranten in NRW hinweisen. Diese Kampagne führt der Landesintegrationsrat NRW zusammen mit allen Wohlfahrtsverbänden durch. Der IR der Stadt Münster unterstützt natürlich diese Kampagne.

Wäre es nicht treffender den Namen „Integrationsrat“ in Partizipationsrat um-zubenennen?
Ich finde die frühere Bezeichnung richtig, nämlich Ausländerbeirat.

Welche Hürden erschweren die Arbeit des Integrationsrats?
Das Mittel, das uns zur Verfügung steht, reicht nicht aus, unsere Ziele zu erreichen.

Der IR der Stadt Münster hat vieles vor. Zum Beispiel:
Wir möchten Integrations-projekte in Stadtteilen mehr unterstützen. Der IR plant mehr kulturelle und künstlerische Aktivi-täten. Eine effektive Öffentlichkeitsarbeit steht auf der Tagesordnung.
Der Integrationsrat rechnet in diesem Zusammenhang ab nächstem Jahr mit mehr Mitteln aus städtischen Geldern.

Wie konkret hilft der Integrationsrat Flüchtlingen in Münster? Nennen Sie bitte einige Beispiele.
Wir besuchen die Anwohner-versammlungen in Stadt-teilen und diskutieren dort mit Anwohnern über die Unterbringungssituation und Flüchtlingsproblematik.

Wir besuchen die Flüchtlingsheime und informieren uns über die konkreten Bedürfnisse.
Wir versuchen auf dem freien Wohnungsmarkt für Flüchtlingsfamilien eine Wohnung zu finden.
Was haben Sie gegen Hass und Hetze, gegen Antisemitismus und Islam-feindlichkeit unternommen? Wie geht der Integrationsrat mit dieser Problematik um?

Die Mitglieder des IRs haben im letzten Jahr an mehreren Demonstrationen teilgenommen.
Demonstrationen gegen Pegida-Bewegungen, Demonstrationen gegen Abschiebepraxis der Flüchtlinge, gegen die AfD, usw.
Bei allen Demonstrationen habe ich unseren Standpunkt klargestellt.
Ich habe mich bei allen Veranstaltungen, die ich besucht habe, zu diesem Themenkomplex geäußert, besser gesagt, Hass und Hetze, Antisemitismus, Antiislam, Rassismus und Terrorismus scharf kritisiert.
Bei zahlreichen Interviews (Presse, Radio, Fernsehen) habe ich mich ebenfalls dazu geäußert.

Integration beginnt in Schulen. Wie aktiv ist der Integrationsrat in den Schulen?
Im letzten Jahr haben die Mitglieder des IRs verschiedene Schulen besucht. Im Rahmen ihrer Projektwochen haben wir mit Schülerinnen und Schülern über die Flüchtlingsproblematik und über Fragen der Migration und Integration diskutiert.
Eine Schule hat uns ihr Integrationsmodel für die Schüler, die neu zugewandert sind, vorgestellt.
Eine Schule hat mit uns über den Begriff „Heimat“ diskutiert.

In einer anderen Schule haben unsere Mitglieder eine ausländische De-legation über den Integrationsrat und seine Arbeiten ausführlich informiert.
Bei allen Treffen haben wir die Erfahrung ge-macht, dass die jungen Menschen völlig frei von Vorurteilen sind.

Inwieweit kann der Integrationsrat auf kommunaler- oder Landesebene Einfluss auf die Politik nehmen?
Die Mitglieder des IRs arbeiten in den Fachausschüssen mit den Ratsparteien und der Verwaltung zusammen. Zum Beispiel:
Sozialausschuss, Sport- und Kulturausschuss, Schulausschuss, Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien, usw.
Dort versuchen wir die Kommunalpolitik mitzugestalten.

Einzelne Integrationsräte haben keine Möglichkeit, die Landespolitik zu beeinflussen.
Bei bestimmten Themen, wie zum Beispiel Kommunales Wahl-recht, können wir gemeinsam mit anderen Integrationsräten die Landespolitik beeinflussen.

Der Landesintegrations-rat NRW, unter dem 102 Integrationsräte zusammengeschlossen sind, führt zurzeit gemeinsam mit allen Wohlfahrtsverbänden eine Kampagne für das kommunale Wahlrecht aller Migrantinnen und Migranten durch.

Was muss Ihrer Meinung nach passieren, um die Flüchtlinge, die nun in großer Zahl nach Münster kommen, zu integrieren?
Sie müssen möglichst zeitnah einen gesicherten Aufenthaltsstatus bekommen.
Den Flüchtlingen müssen ordentliche Sprachkurse angeboten werden
Ihre Berufsabschlüsse müssen anerkannt werden.
Nach bestimmtem Aufenthalt in Deutsch-land sollen sie arbeiten dürfen
Die Flüchtlinge sollen ohne Bürokratie ihre Familienangehörigen nach Deutschland brin-gen dürfen
Die Einschulung der Flüchtlingskinder muß sehr sorgfältig geplant und umgesetzt werden.

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