Anderthalb Stunden Schneemarsch zur Ausländerbehörde

In Münster

Familienmutter nimmt Termin trotz Extremwetters wahr / Mitarbeiterin wartet auf sie

Anderthalb Stunden frühmorgens durch den Schnee zu wandern, ist anstrengend genug. Aber am Ziel vor verschlossenen Türen zu stehen, wäre absolut frustrierend. Deshalb ist Eileen Baumeister, Mitarbeiterin der städtischen Ausländerbehörde, am vergangenen Dienstag in ihrem Büro geblieben, um Elza Larosh zu empfangen. Die Kosovarin, Mutter von fünf Kindern, hatte sich trotz des Extremwetters von Mecklenbeck aus zu Fuß auf den Weg zum Stadthaus 2 am Ludgeriplatz gemacht. Denn dort hatte sie einen Termin: Sie wollte von der kosovarischen Botschaft verlängerte Reisepässe für sich und einige Familienmitglieder abgeben sowie ablaufende Reisepässe zweier Kinder für eine Verlängerung abholen.

Wegen des heftigen Wintereinbruchs hatte die Stadtverwaltung an diesem Tag eigentlich auf Notbetrieb umgestellt. „Ich hatte Frau Larosh deshalb morgens gegen acht Uhr angerufen und gesagt, dass der Termin ausfallen wird. Aber da war sie schon auf ihrem beschwerlichen Weg zu uns – und dann habe ich natürlich auf sie gewartet“, sagt Eileen Baumeister. Anderthalb Stunden war Elza Larosh im Schnee unterwegs, den Behördenvorgang konnte sie mit Eileen Baumeister dann deutlich schneller abwickeln. „Die Ausländerbehörde reagiert sehr flexibel auf die Anliegen der Menschen“, freut sich Christine Zeller, verantwortliche Beigeordnete im münsterschen Rathaus.

Für die siebenköpfige Familie Larosh, die 2014 nach Deutschland eingereist ist, könnte Münster bald sogar zur dauerhaften Heimat werden. Das Ehepaar Larosh hat den Einbürgerungstest erfolgreich absolviert, der Ehemann geht in Vollzeit einer Berufstätigkeit nach. Seine Frau will ebenfalls arbeiten gehen, wenn der jüngste Sohn, anderthalb Jahre alt, vom Sommer an in die Kita geht. „Die Aufenthaltserlaubnis des Ehepaars aufgrund nachhaltiger Integration wird nun geprüft“, sagt Eileen Baumeister. Damit wäre der dauerhafte Aufenthalt in Deutschland auch für die vier jüngeren Kinder gesichert. Die älteste Tochter gilt als gut integrierte Jugendliche. Sobald ihr Reisepass vorliegt, ist ihre Aufenthaltserlaubnis gesichert.

Alle dazugehörigen Prüfbögen, die sie bereits ausfüllen konnte, hat Eileen Baumeister schon zur abschließenden Entscheidung weitergeleitet. Und so könnte der anstrengende Fußmarsch durch den Schnee für Familie Larosh der Auftakt zu einem langfristigen Leben in Münster werden.    

Foto: Tiefer Schnee kann Familie Larosh aus Mecklenbeck nicht aufhalten: Zum Termin in der Ausländerbehörde wanderte Mutter Elza Larosh anderthalb Stunden zum Stadthaus 2. Und der beschwerliche Weg könnte sich gelohnt haben. Foto: Privat/ Presseamt Münster.

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