Münster hat ein neues Migrationsleitbild

In Integration

200 Frauen und Männer haben das Grundsatzpapier zu Migration und Integration gemeinsam überarbeitet

Münster (SMS) Münster gibt sich ein neues Leitbild “Migration und Integration”. Darin formuliert die Stadtgesellschaft ihr Selbstverständnis und ihre Selbstverpflichtung. Das etwa 30 Seiten starke Dokument ist “ein strategisches Papier zur Realisierung gesellschaftlicher Teilhabe aller Menschen in Münster”, so Stadtdirektor Thomas Paal, der gemeinsam mit dem Integrationsrat-Vorsitzenden Dr. Ömer Lütfü Yavuz zur Arbeit am Leitbild eingeladen hatte.
Rund 200 Personen haben seit Oktober 2018 im Verlauf von fünf ausführlichen Treffen mitgearbeitet: Engagierte aus vielen Bereichen der Gesellschaft, Ehrenamtliche, Vertretungen aus Politik, Religion, Polizei, Bildung, Wohlfahrt, Wissenschaft und Wirtschaft. “Die Diskussionen über gemeinsame Ziele waren trotz der Vielzahl der Beteiligten sehr konstruktiv”, resümieren Prof. Paul Reuber und Imme Lindemann vom Institut für Geografie der WWU, die den Prozess moderiert haben.
Ebenso sieht es der Integrationsrat-Vorsitzende Yavuz: “Die Diskussionen haben gezeigt, wie stark der Wille zum Münster-Konsens in Integrationsfragen verankert ist. Niemand wurde überfahren. Auch die Forderungen des Integrationsrates wurden sehr ernst genommen.”

Das Papier schreibt das Migrationsleitbild von 2014 fort. Es setzt aber mehr als nur neue Akzente:

Die Überwindung von Rassismus und Diskriminierung wird vor die Klammer gezogen. Es handelt sich hier nicht um eine Aufgabe neben anderen, sondern um eine zentrale Herausforderung, die sich in der gesamten Arbeit niederschlagen muss.

Der Horizont hat sich erweitert. Bei “Bildung und Sprachen” geht es nicht mehr allein um den Erwerb der deutschen Sprache, sondern ebenso um Mehrsprachigkeit, auch um Mutter-, Herkunfts- und Familiensprachen.

“Partizipation” einschließlich politischer Partizipation gelangt erstmals als eigenes Handlungsfeld in den Blick.

Als “Verwaltung” gilt nicht mehr nur die Stadtverwaltung, die Aufgabe “Interkulturelle Öffnung der öffentlichen Verwaltungen” stellt sich für alle Behörden in Münster und klammert Verbände und Träger nicht aus.

Bei einem abschließenden Treffen im Rathausfestsaal haben die am Prozess Beteiligten den Entwurf des Leitbildes verabschiedet. Nun wird es dem Integrationsrat und dem Rat zum Beschluss vorgelegt. Anschließend geht es an die Umsetzung. Dieses Verfahren wird das Kommunale Integrationszentrum begleiten. “Dazu wird das Integrationszentrum Workshops, Arbeitskreise und Fachgespräche koordinieren”, kündigt dessen Leiterin Andrea Reckfort an.

Foto: Grüne Karte für das Migrationsleitbild: Die Verabschiedung des Entwurfs zeigte einen breiten Konsens. Foto: Presseamt Münster.

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