Herausragendes Forum für Gegenwartslyrik

In Kultur

Internationales Lyrikertreffen Münster (19. bis 21. Mai) bereits zum 20. Mal / Abendlesungen im Kleinen Haus

Münster (SMS) Das Internationale Lyrikertreffen Münster blickt auf eine lange Tradition zurück: Erstmals 1979 durchgeführt, findet es in diesem Jahr bereits zum 20. Mal statt. Vom 19. bis 21. Mai treffen sich international renommierte Autorinnen und Autoren sowie Übersetzer. Die beiden Veranstalter, das Kulturamt der Stadt Münster und der Literaturverein Münster, laden zu außergewöhnlichen Begegnungen mit Worten ein. Zwei Abendlesungen führen die Lyrikerinnen und Lyriker im Kleinen Haus des Theaters Münster zusammen, fünf Einzelveranstaltungen bilden das Rahmenprogramm.

“Das Lyrikertreffen war schon im Jahr 1979 ein Hochkaräter”, sagt Kulturdezernentin Cornelia Wilkens. “Wer damals die Strömungen der Gegenwartslyrik erspüren und erforschen wollte, musste nach Münster kommen.” Zwar habe das Treffen mittlerweile in vielen Städten Konkurrenz bekommen. Die Strahlkraft Münsters sei jedoch unvermindert: “Bis heute ist das Lyrikertreffen ein herausragendes Forum für Gegenwartslyrik.”

Dies lässt sich auch an den Namen der Eingeladenen zum 20. Treffen ablesen. Zu Gast ist Marcel Beyer, vergangenes Jahr mit dem Büchner-Preis geehrt, dem wichtigsten deutschen Literaturpreis. Er wird am Samstagnachmittag (20. Mai) im Theatertreff aus seinem Buch “Das blindgeweinte Jahrhundert” lesen sowie am Abend im Kleinen Haus des Theaters seine Gedichte vorstellen. Das skandinavische Pendant zum Büchner-Preis, den Literaturpreis des Nordischen Rates, hat die schwedische Lyrikerin Katarina Frostenson im vergangenen Jahr erhalten. Auch sie ist am Samstagabend dabei. Der niederländische Lyriker Erik Linder erklärt zudem, wie man das Glück erkennt und behält, seine Schweizer Kollegin Ilma Rakusa gewährt Einblicke in ihre sprachspielerische Poesie.

Ebenfalls am Samstagabend liest der Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel, der gemeinsam mit dem norwegischen Dichter Jon Fosse den diesjährigen Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie erhält. Der Preis ist fest verankert im Lyrikertreffen: Die mit insgesamt 15 500 Euro dotierte Auszeichnung würdigt seit 1993 einen Lyrikband und dessen eigenständige Übersetzung. Jon Fosse, insbesondere durch seine Theaterstücke weltweit bekannt, und Hinrich Schmidt-Henkel werden für den im münsterschen Verlag Kleinheinrich erschienenen zweisprachigen Band “Diese unerklärliche Stille” ausgezeichnet. In Empfang nehmen sie den Preis am Sonntag, 21. Mai, zum feierlichen Abschluss des Internationalen Lyrikertreffens im Erbdrostenhof.




Gleich zweimal nimmt das Programm des Lyrikertreffens Bezug auf die Preisträger: Der Schauspieler Christian Wirmer bringt einen Theatermonolog nach dem Roman “Morgen und Abend” von Jon Fosse in der Rüstkammer des Rathauses zu Gehör. Und die im ausgezeichneten Lyrikband abgedruckten Radierungen von Olav Christopher Jenssen sind im Original zusammen mit dem Buch selbst in den Verlagsräumen von Josef Kleinheinrich ausgestellt.

“Lyrik in der Auseinandersetzung mit der Bildenden Kunst, Bildende Kunst in der Auseinandersetzung mit Lyrik, beides prägt sowohl das Poetry-Programm im Vorfeld des Lyrikertreffens als auch das Programm des Lyrikertreffens selbst”, erläutert der künstlerische Leiter Hermann Wallmann. Damit verweist das Lyrikertreffen schon auf die Skulptur Projekte Münster, die am 10. Juni eröffnet werden und auf eine ähnlich lange Tradition wie das Lyrikertreffen zurückblicken. Die lyrische Brücke zur Bildenden Kunst schlägt etwa Hans Jürgen Balmes, der am Samstag im Picasso-Museum des Anfang 2017 verstorbenen Dichters John Berger gedenkt. Nach seinem Kunststudium arbeitete Berger zunächst als Zeichenlehrer und Maler und veröffentlichte Kritiken, die einen neuen Blick auf Kunst ermöglichten.

Auftakt des Lyrikertreffens ist am Freitagnachmittag (19. Mai) jedoch ein ganz begriffliches Nachdenken über Poesie. Dann fragt Hans-Dieter Gelfert, was ein gutes Gedicht ausmacht. Der Freitagabend gehört der jungen Dagmara Kraus, die im Jahr 2016 den Förderpreis für Literatur der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit (GWK) erhalten hat, dem Dänen Søren Ulrik Thomsen und seinen melancholischen Versen sowie dem Niederländer Tsead Bruinja, der mit fünf Kolleginnen und Kollegen eine Performance aus Musik, Poesie und Videokunst zeigt – gespielt, gelesen und gesungen vor live auf die Leinwand projizierten Zeichnungen (“Songs, Grooves & Gedachte”) . Einen sprachgewaltigen Bogen über beide Abende spannt Oswald Egger: Er wird die Gruppenlesungen jeweils mit poetologischen Präludien einleiten.

Ein wichtiger Baustein des Lyrikertreffens sind auch die Schullesungen. “Der persönliche Austausch der Jugendlichen mit den Lyrikerinnen und Lyrikern führt zu intensiven Erfahrungen mit Lyrik, die weit über eine Interpretation auf dem Papier hinausgehen”, weiß Kulturamtsleiterin Frauke Schnell. Die Nachfrage nach den Schullesungen ist ungebrochen hoch. Auch den jüngeren Schülern wird innerhalb des Projektes “Kulturrucksack” der Austausch geboten. Mit den Autoren Nico Bleutge, Adrian Kasnitz und Hendrik Rost dürfen die 10- bis 14-Jährigen starke Dichterpersönlichkeiten im Klassenzimmer erleben.

Info: Neu ist der Internetauftritt des Lyrikertreffens (www.lyrikertreffen.muenster.de). Im Design aufgefrischt sind die Seiten jetzt auch auf Tablets und Smartphones bequem lesbar. Eine ausführliche Programmbroschüre liegt an verschiedenen Orten in Münster aus, u.a. in der Münster-Information im Stadthaus 1 und im Theater Münster. Kartenvorverkauf an der Theaterkasse, Telefon 02 51/ 59 09 100.

Text und Bild: Presseamt Münster

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