Die Rolle der Frau und Mutter in afrikanischen Kulturen

In Integration

Fortbildung der Kooperationspartner Prävention – Familienbesuche: Flucht und Migration

Foto: Die Fachfrauen für Frühe Hilfen und Prävention des Jugendamtes und des Gesundheitsamtes stellten die afrikanische Kultur in den Mittelpunkt ihrer Fortbildung mit Dr. Médad Kabanda (Mitte) und Bintou Bojang (5.v.l.).

Münster (SMS) Auf Einladung des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien kamen dessen Mitarbeiterinnen der Schwangerschaftsberatung und des Präventionsteams Familienbesuche mit den Mitarbeiterinnen und Hebammen der aufsuchenden Gesundheitshilfe vom Amt für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten im Stadtteilhaus „Fachwerk Gievenbeck“ zu einer Fortbildung „Flucht und Migration“ zusammen. Der Schwerpunkt lag auf der afrikanischen Kultur.
Dr. Médad Kabanda, Dozent an der Fernuniversität Hagen, eröffnete die Fortbildung mit einem Impulsreferat über die Rolle der Frau und Mutter in der afrikanischen Kultur und Gesellschaft, um den Blick der Fachfrauen aus der Jugend- und Gesundheitshilfe auf die Situation afrikanischer Frauen und Mütter zu schärfen; auch um so etwa im Gespräch mit afrikanischen Frauen und Müttern tabuisierte Themen ansprechen und weitere Hilfsmöglichkeiten aufzeigen zu können.



Bintou Bojang, die sich als Initiatorin für ihr Projekt „Innocent Crocodile“ gegen Genitalverstümmelung engagiert, beleuchtete die Gründe dieser tief verwurzelten Tradition bei Mädchen und Frauen in vielen afrikanischen Gesellschaften. Afrikanische Frauen und Männer seien über die sehr negativen emotionalen und medizinischen Auswirkungen (besonders auch hinsichtlich späterer Geburtskomplikationen) kaum aufgeklärt.
Es gelte die Bewältigung von Gewalterfahrungen und Traumata mit dem Leben in einer neuen Gesellschaft in Einklang zu bringen. Gleichwohl sollen das Gute aus der eigenen Kultur bewahrt und gleichzeitig neue Gestaltungsmöglichkeiten für das eigene Leben angenommen werden. Eine Herausforderung, der sich insbesondere Mütter stellen müssten, um ein gesundes und sicheres Aufwachsen der eigenen Kinder zu ermöglichen.
Gezielte Aufklärung und Zeit für Gespräche, aber auch Veränderungen im Heimatland durch gezielte Projekte voranzutreiben, dies bedeute laut Dr. Médad Kabanda und Bintou Bojang geeignete Hilfe für die betroffenen Frauen und ihre Familien.

Text &Foto:  Presseamt Münster.

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