Bildung ist der Schlüssel

In Integration

Fachtagung zur Förderung auffälliger Jugendlicher und Armutsprävention / Projekt „Rückenwind“ schafft Perspektiven

Münster (SMS) Auf der Suche nach neuen Wegen in der Förderung benachteiligter, auffälliger Jugendlicher und in der Armutsprävention kamen jetzt auf Einladung des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe, der Polizei und Politik bei einer Fachtagung zusammen.

Mit Ibrahim Ismail, Vorstandsvorsitzender der Bochumer Bildungseinrichtung Paidaia e.V., konnte Stadtdirektor Thomas Paal einen Referenten begrüßen, der in einem fesselnden Vortrag das seit Jahren erfolgreiche Stadtteilprojekt „Rückenwind“ für sozial benachteiligte Jugendliche vorstellte. Padaia spürt Jugendliche auf, die in ihren Stadtteilen durch destruktives Verhalten auffallen und bietet ihnen eine Perspektive. Bildung spielt dabei eine Schlüsselrolle. Wenn es gelingt, positive Zugangswege zu eröffnen, wird oftmals der eigene Wunsch nach Bildung bei den Jugendlichen geweckt. Wer so gefördert wird kann zum Multiplikator werden und hat einen positiven Einfluss auf andere junge Leute in seinem Umfeld. Meist engagieren sich die Projektteilnehmer später in der Förderung von Kindern und Jugendlichen und wirken so positiv auf deren Sozialverhalten.

Anhand eines Beispiels aus Hamm, in dem eine Gruppe Jugendlicher einen ganzen Stadtteil in Aufruhr versetzt hat, erklärte Ismail, wie er und das Team sich dieser Gruppe annäherten und ihnen einen städtischen Raum zur Verfügung stellten. Die Anforderung an die Jugendlichen bestand nun darin, dieses Haus mit Unterstützung und Eigenleistung zu planen und umzubauen. Heute nutzen sie dieses Haus für sich. Es steht aber auch der Öffentlichkeit offen. Die örtliche Polizei registrierte zum Projektende eine deutlich gesunkene Gewaltbereitschaft im Quartier. Sieben der acht Teilnehmer erlangten das Abitur und streben einen Hochschulabschluss an.

„Wir brauchen Antworten auf ein sich ständige veränderndes Jugendverhalten. Oberste Prämisse ist dabei die Prävention. Wir wollen Kinder und Jugendliche frühzeitig erreichen, unterstützen und begleiten“, so Bernhard Paschert Abteilungsleiter Jugendsozialarbeit im Amt für Kinder, Jugendliche und Familien. Die Vorstellung des Projektes „Rückenwind“ zeige Ideen und Lösungswege auch für Münster auf.


Foto: Stadtdirektor Thomas Paal, Jutta Möllers (Vorsitzende des Ausschusses für Kinder, Jugendliche und Familien), Referent Ismail Ibrahim (Paidaia e. V.) und Bernhard Paschert (Abteilungsleiter Jugendsozialarbeit), v.l., widmeten sich der Frage nach neuen Wegen in der Förderung sozial benachteiligter Jugendlicher. Foto: Stadt Münster.

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